Besprechung!!!

Gleich in 10 Minuten!

Worauf kommt es jetzt an? Was musst du beachten?

Viele Trainer und Berater übersehen die Möglichkeiten, die ein Flipchart bietet. Denn sie wissen nicht, wie sie ein gutes Flipchart gestalten sollen. Worauf kommt es an? Was ist wirklich essentiell für ein Flipchart, das überzeugt?

In diesem Artikel erfährst du von mir die 7 wichtigsten Schritte, die du für ein Flipchart klären musst, damit es wirklich begeistert. Und zwar bevor du einen Stift in die Hand nimmst. Wir legen heute den Grundstein für ein Flipchart, mit dem du wirklich begeistert UND überzeugst. Ein WOW Flipchart.  (Alles was du hier erfährst nutzt dir auch bei Folien-Präsentationen mit Powerpoint oder Keynote.)

In diesem Artikel geht es noch nicht um das Flipchart Zeichnen. Das erkläre ich detailliert im nächsten Artikel. Und im dritten Artikel dieser kleinen Serie bekommst du von mir noch Tipps dazu, wie deine Flipchart Präsentation ein Erfolg wird.

Auf ans Fundament … (du holst den maximalen Effekt für dich aus diesem Artikel, wenn du ihn nicht nur durchliest, sondern an einem deiner Beispiele bearbeitest)

 

Wen sprichst du an?

Kenne dein Publikum! Oder rate gut.

Kenne dein PublikumSollst du für eine ganz spezielle Person präsentieren, vielleicht für deinen Wunschkunden? Das ist ideal. Notiere dir den Namen und alles, was du sonst noch über ihn weißt: Alter, Geschlecht, Größe, Herkunft, Werte , Kleidung. Welche Rolle nimmt er / sie ein? Wie steht ihr zueinander? Was ist besonders an ihm / ihr?

Auch eine größere Gruppe kannst du natürlich beschreiben. Was sind ihre gemeinsamen Interessen? Wie sind sie dir schon mal aufgefallen? Was sind ihre Besonderheiten?

Beispiel: Damit die 3 Artikel praktisch für dich werden,konstruiere ich ein Beispiel. Daniela will ihren Chef Nils beim nächsten Gespräch davon überzeugen, dass er ihre nächste Flipchart-Weiterbildung bezahlt. Er ist 48 Jahre, ledig, spricht langsam und konzentriert. Er taucht oft in blauer Kleidung auf. Verheiratet ist er nicht, soweit Daniela weiß. Soeben hat Nils Daniela angerufen: „Kommen sie in 10 Minuten vorbei. Überzeugen sie mich!“. Jetzt braucht Daniela schnell einen Plan.

 

Erkunde die limbische Landkarte

Ein sehr nützliches Werkzeug ist die LimpicMap® von Hans-Georg Häusel*. In seinem Buch „Think Limbic„* kannst du den ganzen Background lesen.

Um es für dich kurz zu machen: Nach diesen Modell sind wir Menschen  auf einer Karte einzuordnen, die sich in 3 Dimensionen orientiert – BalanceDominanzStimulanz.

Mit den Zwischenbereichen ergeben sich 7 folgende Persönlichkeitstypen:

  1. der mutige Pionier
  2. der harte Performer
  3. der misstrauische Kontrolleur
  4. der detailverliebte Bewahrer
  5. der sanfte Harmonisierer
  6. der lebensfrohe Unterstützer
  7. der spontane Kreative

Nimm dir Zeit und kreise die Werte ein, die du mit der Zielperson oder der Zielgruppe assoziierst. Klick auf das Bild rechts, um es zu vergrößern!

Du wirst vermutlich sehr schnell eine Ballung in einem der Bereiche sehen.

Beispiel: Daniela schwank bei Nils zwischen dem harten Performer und dem mutigen Pionier. Das macht aber nichts, denn sie muss sich ja noch nicht festlegen. Es geht mehr um Tendenzen.

 

Nur EIN Ziel pro Flipchart!

Mit EINEM Pfeil kannst du keine DREI Ziele treffen!
(Wenn du das doch kannst, dann lade mich ein und zeig mir, wie das geht. Ich lerne gerne dazu. 🙂 )

Mit einem Pfeil kannst du keine 3 Ziele treffenDefiniere vollkommen unmissverständlich, was die Zielperson nach dem Betrachten des Flipcharts TUN, DENKEN oder FÜHLEN soll.

Erlaube dir keine Ausflüchte, wie „Ist doch vollkommen klar“. Schreib dir konkret auf, was danach anders sein soll.

Wenn du mit der Methode Zielvisualisierung vertraut bist, nutze sie. Stell dir mit allen Sinnen vor, wie es danach sein soll.

Beispiel: Nachdem Daniela mit Nils gesprochen hat, ist er überzeugt, dass Daniela ihre Visualisierungsfähigkeiten noch zielgerichteter für die Abteilung einsetzen kann. Er fühlt sich gut dabei, seine Mitarbeiterin gefördert zu haben ( da entdeckt Daniela noch den lebensfrohen Unterstützer ) und er bewilligt ihre Fortbildung.

 

Beschränke dich auf maximal 5 Punkte!

Ich sehe viele Flipcharts, die überfrachtet sind mit zu vielen Informationen.

Beschränke dich auf maximal 5 ArgumenteKennst du auch die Beamer-Präsentationen mit 30 Zeilen in Schriftgröße 6? Grauenhaft oder? Und diese Angewohnheit überträgt sich leider auch auf Flipcharts.

Sammel deine Argumente in einer Liste, ABER entscheide dich für die 5 wichtigsten Gründe aus der Sicht deines Publikums. Wenn du es auf 3 reduzieren kannst, die wirklich überzeugen, umso besser.

Hier sind die 2 wichtigsten Gründe dafür:

  • Das Arbeitsgedächtnis kann sich nur eine begrenzte Menge an Informationen merken. Stell lieber sicher, dass die wichtigsten Informationen ankommen und und riskiere nicht, dass von vielen Informationen nichts hängen bleibt.
  • Das Flipchart hat nur eine begrenzte Fläche. Mit kleiner Schrift riskierst du, dass die Texte nicht gelesen werden können. Also SCHREIB GROSS. Dann passen zwangsläufig wenige Texte auf das Flipchart.

Beispiel: Hier die Argumente, die Daniela in einem Brainstorming sammelt. Anschließend markiert sie die wichtigsten Argumente, aus der Sicht ihres Chefs:

  • Besprechungen werden kürzer
  • Weniger Missverständnisse in den Besprechungen
  • Projekte erreichen schneller das Ziel
  • geringe Kosten bei großen Nutzen
  • innovatives Vorgehen statt Powerpoint
  • Sie kann den Kurs online absolvieren und fehlt somit nicht tagelang im Betrieb
  • glückliche und motivierte Mitarbeiter, weil ihn sie investiert wird (Wertschätzung des Mitarbeiters)
  • Flipcharts sorgen für mehr Aufmerksamkeit  (Aufmerksamkeitstrichter)

 

Führe das Auge des Betrachters!

Stell dir vor, du betrittst einen dir bislang unbekannten Raum. Deine Augen suchen umher und wollen Orientierung haben. Wo bist du? Wo ist dein Ziel? Sind andere Personen in Raum? Gibt es Gefahren? Was fällt dir sofort auf.?

Genauso ist es bei Flipcharts. Unser Gehirn möchte möglichst energiesparend verstehen, worum es hier geht. Deshalb hat es sich ein paar Regeln angewöhnt.

Wie liest du ein Buch? Ich vermute zeilenweise und von Links nach Rechts. Das ist der Buch-Modus. Blogartikel werden heutzutage oft nur gescannt. Dabei scrollst du einfach durch und das Auge bleibt an Elementen hängen, die du für wichtig hältst. Vermutlich weil du ein interessantes Wort wahrgenommen hast.

Du willst es aber nicht dem Zufall überlassen, wohin dein Publikum guckt. Denke über den Pfad nach, dem die Augen folgen sollen. Hier ein paar erprobte Layout-Vorschläge für dich:

F-Layout

T-Layout

Layout Kurve

Kreis Layout

 

 

 

 

 

Beispiel: Daniela möchte eine positive Entwicklung darstellen. Gute Gefühle werden mit aufsteigenden Kurven assoziiert, denke mal an einen Aktienkurs. Deshalb entscheidet sie sich für die aufsteigende Kurve.

 

Jedes Blatt verdient einen Eye-Catcher!

Ich lade dich: Beobachte dich selber, wenn du demnächst ein Bild betrachtest. Wo starten deine Auge mit ihrer Reise? Und wohin gehen sie dann?

eine Rakete als Symbol für Energie und FortschrittDen Weg legst du mit dem Layout fest und für den Startpunkt nutzt du einen Eye-Catcher. Der Eye-Catcher muss so auffällig sein, dass dein Publikum gar nicht anders kann, als zuerst dorthin zu gucken. Ein visueller BÄM, wenn du so möchtest.

Die meisten Flipcharts haben eine Überschrift. Eine Überschrift kann als Eye-Catcher dienen, wenn sie gut gestaltet ist. Unser Gehirn startet mit der Frage „Worum geht es hier?“ Und eine Überschrift sollte diese Frage beantworten.

Wenn du die aufsteigende Kurve als Layout einsetzt, dann lenkt eine Überschrift ggf. ab. Zeichne am Startpunkt der Augenreise ein herausragendes Symbol. Du musst also eine Entscheidung treffen, ob du ein Symbol UND eine Überschrift nutzen willst.

Beispiel: Für die dynamische Führungskraft wählt Daniela eine Rakete als Symbol. Die hat Schwung und Energie und sie passt hervorragend zur aufsteigenden Kurve.

 

Starte mit einem Entwurf!

Du hast jetzt alle wichtigen Informationen gesammelt und die Schlüsselentscheidungen getroffen. DOCH HALT. Gehe jetzt bitte noch nicht ans Flipchart.

Jetzt ist der beste Zeitpunkt für eine Skizze. Nimm ein Blatt Papier und kritzel darauf, was du bislang gesammelt hast! So bekommst du schon jetzt einen Eindruck davon, wie das Flipchart später wirken kann.

Dir fallen direkt Mögllichkeiten zur Verbesserung auf? Super, dann mache eine neue Skizze. Du kannst leichter eine Skizze loslassen und wegschmeißen als ein komplettes Flipchart.

 

Welche Darstellung macht Sinn?

Diesen Trick habe ich aus dem Buch Auf der Serviette erklärt: Mit ein paar Strichen schnell überzeugen statt lange präsentieren von Dan Roam. Dan nennt es den visuellen Codex. Dabei handelt es sich um eine einfache „Wenn-Dann-Liste“. Mit diese Liste triffst du sekundenschnell die Entscheidung, welche die beste Darstellung für die Situation ist. Das Buch ist ein echter Schatz für jeden Visualisierer, unbedingt empfehlenswert.

Worum geht es? Beste Darstellung
Wer / Was Portrait
Wie viel Tabelle / Diagramm
Wo Karte
Wann Zeitstrahl
Wie Ablaufdiagramm
Warum multivariables Schaubild

Ignoriere bitte das multivariable Schaubild, denn die Erklärung würde zu lange dauern. Ich habe es für dich der Vollständigkeit-halber übernommen. Aber alle anderen 5 Darstellung sind selbsterklärend und auch einfach zu erstellen.

Beispiel: Daniela will auf ihrem Flipchart einen zeitlichen Verlauf darstellen, wie in Zukunft die Zusammenarbeit in der Abteilung besser wird. Also entscheidet sie sich für einen Zeitstrahl. Passend zur Rakete wird das die geplante Flugroute werden, dargestellt als Pfeil.

 

Teile das Blatt ein

Fällt es dir manchmal schwer, das Flipchart einzuteilen? Was kommt wohin? Auch dafür gibt ein paar einfache Tipps, die dich dabei unterstützen.

Teile dein Blatt in der Höhe und in der Breite ein. Geeignet sind die Proportionen 1/2, 1/3 und 1/4. Bei der horizontalen 1/2 Teilung teilst teilst du einfach dein Blatt in eine linke und eine rechte Hälfte. Bei der vertikalen 1/3 Teilung teilst du dein Flipchart in die drei Blöcke Oben, Mitte und Unten.

Ich persönlich komme sehr gut mit horizontal 1/3 und vertikal 1/4 zurecht. Aber auch das variiert je nach Thema und Zielgruppe. Bei meiner Lieblingseinteilung habe ich also einen Block für die Überschrift und darunter ein 3×3-Raster für den Inhalt.

Weiter unterteilen würde ich nicht.
Dann besteht die Gefahr, dass du dich wieder in Details verrennst.

3×2

4×2

3×3

4×3 (mein Favorit)

 

 

 

 

 

Finde die Aufteilung, die für dich passt!

Beispiel: Daniela entscheidet sich für meinen Favoriten 4×3. Die obere Zeile für die Überschrift und die 9 Felder für die Grafik. Die Rakete soll unten links starten.

 

Farben haben eine Wirkung

Bei manchen Farben hast du das Gefühl, du willst aufstehen und tanzen. Und bei anderen wirst du entspannt und ruhig. Diesen Effekt darfst du dir zu Nutzen machen, indem du bewusst eine passende Farbe wählst.

Blau wirkt z.B. beruhigend und entspannend, vermittelt Seriosität. Gelb macht lebensfroh und Rot hat Energie.

Hier habe ich einen passenden Artikel dazu verlinkt, der sehr detailliert auf das Thema Farben und Emotionen eingeht.

Welche Farbe unterstützt dich bei deinem Ziel?

Palette der Farben

Beispiel: Die Abteilung / das Team arbeitet mit Flipcharts besser zusammen. Bessere Performance kann mit Blau, die Zielerreichung mit Rot, die bessere Zusammenarbeit mit Grün dargestellt werden.

 

Die passenden Farben auf der LimbicMap®

Auch die LimbicMap® ist mit Farben assoziiert. Damit steht dir eine weitere Quelle für die Farbauswahl zur Verfügung. Du merkst, wir sammeln uns hier eine Palette an Farben zusammen, die für das Flipchart in Fragen kommen.

Du hast ja bereits die Werte und Begriffe eingekreist, die zu deinem Ziel-Publikum passen. Und wo sich die Kreise häufen, dort kannst du eine Farbe auswählen.

Eventuell kommen auch 2 Farben in Betracht. Dann ist das eben so. 🙂

Beispiel: Nils bringt als mutiger Pionier die Farben Orange und als harter Performer die Farbe Rot mit. Und für den lebensfrohen Unterstützer können wir Hellgrün markieren.

 

deine Lieblingsfarben, Farben deiner Zielgruppe oder Corporate Identity

Bislang hast du die Zielfarbe und die LimbicMap®-Farbe. Lass uns jetzt noch mehr Farben in die Auswahl packen.

Sicherlich hast du Farben, die du sehr gerne nutzt. Wenn du selbständig bist, hast du vermutlich auch Farben für deinen Unternehmensauftritt ausgewählt. Notiere deine Lieblingsfarbe(n).

Viele Zielgruppen haben festgelegte Farben. Ich assoziere Ärzte mit der Farbe Weiß. Zu Gärtnern passt Grün und Braun. Welche Branchenfarbe hat deine Zielgruppe?

Arbeitest du in oder für eine Unternehmen? Dann gibt es vermutlich dort auch Farben, die zum Firmenauftritt gehören. Die Farben der Corporate Identity.

Beispiel: Die Unternehmensfarben in Danielas Firma sind Pink und Grün. Aber auch Schwarz/Weiß wird genutzt. Daniela selber mag die Farbe Grün sehr gerne. Und bei Nils fällt ihr die blaue Kleidung ein, die Nils oft trägt (blaue Jeans + dunkelblaues Jacket)

 

Beschränke dich auf 3 Farben

Wow, jetzt hast du vermutlich eine große Menge Farben gesammelt. Nun ist der Moment der Entscheidung gekommen.

Wähle 3 Farben aus. Nur drei.

Mehr Farben sorgen für Unruhe auf dem Bild. Wenn du mit 2 Farben auskommst, noch besser.

Es kann vorkommen, da kannst du dich nicht zwischen den Farben entscheiden. Dann gib im Zweifelsfall den Farben des Ziels und des Kunden den Vorzug. Denn schließlich muss er erreicht werden.

Hier noch 2 Tipps zur Farbauswahl:

  1. Achte darauf, dass die Farben einen guten Kontrast haben.
  2. Nimm Farben, die zueinander harmonieren.

Klingt wie ein Gegensatz, ist aber meist leicht möglich.

Beispiel: Daniela entscheidet sich für die Farben Blau (für Nils), Rot für die Energie, die sie sich von der Weiterbildung erhofft und Grün für die bessere Harmonie.

Der vorläufige Entwurf

Und das ist der Entwurf, den Daniela am Ende ihrer Gedanken auf ein Papier zeichnet.

Mit diesem Entwurf im Kopf wird sie gleich in das Gespräch mit ihrem Chef gehen.

Dort wird sie am Flipchart ihre Argumente aufzeichnen und sie hat das gute Gefühl, dass Nils die Weiterbildung genehmigen wird.

 

Flipchart gestalten: Fazit

Und hier alle Aspekte im Überblick:

  1. An wen richtet sich dein Flipchart? (Publikum / Adressat)
  2. Kläre den limbischen Typen!
  3. Definiere das Ziel! Was soll danach anders sein?
  4. Beschränke dich auf maximal 5 Punkte!
  5. Führe das Auge durch das Zusammenspiel von Überschrift, Eye-Catcher und Layout!
  6. Erstelle Entwurfsskizzen bevor du ans Flipchart gehst!
  7. Wähle bewusst die Farben aus!

Heute habe ich dich in meinen Kopf gucken lassen, wie ich dieses Flipchart gestalten würde. Im nächsten Artikel erzähle ich dir, was und wie Daniela das Flipchart dann zeichnet. Und die Tipps für die Flipchart Präsentation gibt es hier.

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann freue ich mich, wenn du ihn teilst, like´st oder kommentierst. Und wenn du noch mehr dazu erfahren willst, wie du mit Flipcharts zielgruppengerecht begeisterst, dann trage dich für mein E-Book ein. Das erscheint bald.

SinnSTIFTende Grüße,

 

 

Quellenangaben:

  • Auf der Serviette erklärt, Dan Roam, Redline Verlag, 2009
  • Think Limbic, Hans-Georg Häusel, Haufe Verlag, 5. Auflage 2015

 

So geht es weiter:

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